Kulturlandschaft im Nationalpark Hohe Tauern

Almen, Wiesen und Weiden prägen die Kulturlandschaft im Nationalpark Hohe Tauern. Sie sind durch die bergbäuerliche Bewirtschaftung über Generationen entstanden und verbinden landwirtschaftliche Nutzung mit kultureller Tradition. 

Der Nationalpark gliedert sich in eine Kernzone und eine Außenzone. Während in der Kernzone der Schutz natürlicher Prozesse im Mittelpunkt steht, gehört in der Außenzone auch die Erhaltung der traditionell bewirtschafteten Kulturlandschaft zu den Zielen. Für ausgewiesene Sonderschutzgebiete gelten zusätzliche Schutzbestimmungen. Die umgebende Nationalparkregion ist keine eigene Schutzzone des Nationalparks.

Die Bedeutung der Almwirtschaft
Luftaufnahme einer Alm mit einer traditionellen Berghütte und grasenden Kühen inmitten grüner Wälder. | © Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern - Daniel Kogler

Almen erfüllen unterschiedliche wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und ökologische Aufgaben:

  • Für landwirtschaftliche Betriebe erweitern Almweiden im Sommer die Futtergrundlage für ihre Nutztiere.
  • Für die regionale Wirtschaft sind Almen Orte der landwirtschaftlichen Produktion und zugleich Ziele für Wanderungen und Ausflüge. Bewirtschaftete Almhütten können zusätzliche Einkommensmöglichkeiten bieten.
  • Für das gesellschaftliche Leben bieten die gemeinsame Arbeit auf der Alm, Begegnungen und Almfeste Gelegenheiten zum Austausch.
  • Für die Kulturgeschichte dokumentieren Almgebäude, überlieferte Arbeitsweisen und handwerkliches Wissen die Entwicklung der bergbäuerlichen Nutzung.
  • Für die Lebensräume auf Almflächen kann eine standortangepasste Beweidung und Mahd dazu beitragen, offene Flächen und die daran gebundenen Pflanzen- und Tiergemeinschaften zu erhalten. Die Auswirkungen hängen unter anderem von der Intensität der Bewirtschaftung und den örtlichen Bedingungen ab.
Arbeiten auf der Alm

Zur Almwirtschaft gehören die Betreuung und Versorgung der Weidetiere sowie die Pflege der Weideflächen. Die Tiere müssen regelmäßig kontrolliert und entsprechend ihren Bedürfnissen versorgt werden. Auf milchwirtschaftlich genutzten Almen kommen das Melken und teilweise die Verarbeitung der Milch zu Butter und Käse hinzu. Auch die Instandhaltung von Zäunen, Wegen und Almgebäuden zählt zu den Aufgaben. Welche Arbeiten anfallen, richtet sich nach Standort und Bewirtschaftungsform der jeweiligen Alm.